Geschichte:
Fred Ostermann war der erste Deutsche Hersteller von "Winsurfern". Er ließ schon Mitte der 70er Jahre neben seinem ersten "Windglider" und seinem abenteuerlich schmalen "Windglider Spider" ein Tandem bauen. Seiner Meinung nach lag es auf der Hand, dass bei ähnlichem Wasserwiderstand mit zwei Segeln mehr Geschwindigkeit zu erzielen sein müsste. Das hat sich zwar im Laufe der Jahre nicht bestätigt, die Tandems waren aber sofort ein voller Erfolg nicht nur als spektakuläre Regattaklasse sondern auch als Schulungsgerät. Der Lehrer konnte sich neben den Schüler stellen und falsche Aktionen schon im Ansatz aktiv korrigieren.
Den zunächst wegen ihrer gelben Standfläche auf weissem Grund "Spielgeleier" genannten Ostermann-Boards folgten die berühmten Boards mit der Hohlkehle im Heck. Die Tandems dieser Generation wurden in Belgien gebaut und waren von so guter Bauart und Qualität, dass sie auch heute nach 30 Jahren noch wunderbar funktionieren. Jeder Club erwarb seinerzeit mindestens ein Exemplar und sicher liegt noch manches Tandem ungenutzt herum. In Kaarst hängt beispielsweise eines einsatzbereit als Dekoration an der Clubhausdecke. 7 Exemplare sind im Besitz der RWSG Zülpich.
1977 gingen am Gardasee vor Malcesine zur ersten Tandem-WM 80 Windglider-Tandems ins Rennen. Man konnte so viele Tandems nicht auf einer Startlinie unterbringen. In Ausscheidungsrennen musste ein Finalfeld von 40 Tandems ermittelt werden. Da zu dieser Zeit die Charchulla-Brüder mit einer Art Privatorganisation die Regattabestimmungen sehr eigenwillig von Rennen zu Rennen neu festlegten, gründeten die Aktiven im Rahmen dieser WM eine nationale Klassenvereinigung (DTK). Ihr folgte eine internationale Klassenvereinigung (ITCA, später bei der IYRU als Division III anerkannt).
Die Tandems fuhren in drei Klassen: Offene Klasse, Winglider und die zerlegbaren Sharks (letztere mit eigener Klassenvereingung).
EMs und WMs der offenen Klasse und der Windglider waren bis zum Beginn der 80er Jahre sehr gut besuchte Veranstaltungen, bei denen sich auch die Topleute der Mono-Boards ein Stelldichein gaben. Das Fernsehen berichtete zeitweise mit Filmbeiträgen von den Rennen. Die Materialschlacht nahm irgendwann so zu, dass man meinte, eine Begrenzung der Rumpfrundung vornehmen zu müssen. Das half nur kurz. Als Lechner erneut ein Verdrängerboard auf den Markt brachte, das in die neue Vermessung passte, gaben viele auf. Die Klasse starb einen langsamen Tod. Einzig der Engadiner Surfmarathon und kleine Regatten in NRW waren nicht tot zu kriegen. Dort liefert sich eine kleine Gemeinde von Begeisterten mit Winglidern und Einzelexemplaren spannenden Sport. Die Boards werden von den Clubs aus Wesel und Zülpich bei entsprechender Nachfrage mit an die Regattabahn gebracht. Die Veranstalter bemühen sich auch um Partnervermittlung. Tandem-Regatten finden immer nur an einem Tag statt, nicht an einem ganzen Wochenende. Das macht die Teilnahme zusätzlich einfacher. Als Segel sind alle Segel bis 7,5 qm erlaubt. Der Tiefgang der Schwerter ist auf 1 m begrenzt (Übereinkunft der Fahrer). Die alten Windglider sind ausgerüstet mit neuen perfekten Schwertern des Bootsbauers Liekmeier wieder richtig schnell.
2006 hat der Seglerverband NRW hat vor zwei große Wanderpokale für die Landesmeister NRW gestiftet. Diese werden in vier Regatta ermittelt und zwar so, dass man nicht alle vier Rennen segeln muss, um zu gewinnen.
Das große Problem der Tandems ist nun, dass sich kein Produzent für neue Boards findet. Wir sind da im Gespräch mit einer Firma in Belgien, die seinerzeit für Fred Ostermann die Boards gebaut hat. Gut möglich, dass die DTK dort mit Privatinitiative wieder eine Kleinserie auflegen lassen kann. Auch Tabou denkt über ein Ragttatandem nach.
Die Begeisterung vor allem des Regattanachwuchses beim Tandemfahren ist eindrucksvoll.
Gutes Tandem-Segeln ist nicht einfach, macht aber wirklich Spass. Es ist naturgemäss auch geselliger als das Mono-Surfen.
NRW-Cup 2008:
Weseler Tandem-Cup 2008 (Aue-See):
Die Top-Mannschaften des Vorjahres waren mit Ausnahme von Thomas und Markus Michaelis am Start. Man kannte sich gut und lieferte sich bei zeitweise schönem Wind taktisch interessante enge Rennen.
Am Ende waren Sieger und Zweite punktgleich. Etwa eine halbe Brettlänge im letzten Lauf entschied das Match auf der Ziellinie.
Regattaleiter: Manni Berendt
1. Gabi Schlotmann / Adrian Neyers (WSC Kaarst, Winglider) 2. Benedikt Klinkhammer / Alex Maucher (RWSG Zülpich, Winglider) 3. Klaus Hochwarter / Ulli Krause (RTG Wesel / Windglider) 4. Bernd Bützow / Richard Majewski (WCR Duisburg, Prototyp) 5. Walter Brandenburg / Klaus Huth (Hildener WC, Windglider)
Erster FRED OSTERMANN - CUP 2008 (Zülpicher Wassersport-See)
Dem Erfinder des Tandem-Surfens wurde von der RWSG mit der Umbenennung des traditionellen RASMUS-CUP in einen Cup, der zukünftig seinen Namen tragen wird, ein kleines Denkmal gesetzt. Wir finden, dass er das wirklich verdient hat. Sehr viele Surfer verdanken Fred durch seine Initiative viele schöne Erlebnisse. Geld hat er mit seiner Idee nicht wirklich verdient.
Die Regatta fand im Rahmen eines großen Seefestes statt und hatte dadurch einen schönen angemessenen Rahmen. Der 72 Jahre alte Freddi Ostermann ließ sich trotz einer frischen Fußoperation nicht lumpen und reiste persönlich an, um die Siegerehrung vorzunehmen. Leider musste das Feld, zu dem auch drei Teams vom Bodensee zählten, bei Gluthitze bis zum späten Nachmittag auf Wind warten. Dann gelangen aber etwas überraschend noch drei Läufe.
Regattaleiter: Manni Berendt
1. Benedikt Klinkhammer / Alex Maucher (RWSG Zülpich, Windglider) 2. Walter Brandenburg /Klaus Huth (Hildener WC, Windglider) 3. Gabi Schlotmann / Adrian Neyers (WSC Kaarst, Windglider) 4. Bernd Bützow /Richard Majewski (WCR Duisburg, Prototyp) 5. Michael Götzke /Otto Rauch (WS Immenstadt, Prototyp)
Sechs-Seen-Cup 2008 (Masuren-See Duisburg)
Zeitweise sehr guter Wind und ein schwieriges Revier. Das Team Hochwarter/Krause war durch einen bösen Arbeitsunfall von Klaus Hochwarter verhindert. Nach dem Rennen bot der WCR ein sehr stimmungsvolles Clubfest. Eine kleine aber sportlich gute Regatta.
Regattaleitung: Manni Berendt
1. Benedikt Klinkhammer / Alex Maucher (RWSG Zülpich, Windglider) 2. Bernd Bützow / Richard Majewski (WCR Duisburg, Prototyp) 3. Walter Brandenburg / Klaus Huth (Hildener WC, Windglider) 4. Ulli Krause / Adrian Neyers (RTG Wesel, WSC Kaarst, Windlider) 5. Tobias Schenk / Bastian Schenk (WCR Duisburg, Prototyp)
Vor der letzten Regatta am Dümmersee (23. August, WSCD Dümmersee, Lembruch) steht das Team Benedikt Klinkhammmer / Alex Maucher damit wie im Vorjahr als des Gewinner des NRW CUP fest.