Bericht von Herbert Weynand
Die wunderschöne Toskana mit ihrer malerischen Hügellandschaft hat dieses Jahr zur EM der Windsurfer LT geladen – in die Bucht zwischen Punta Ala und der Insel Elba. Insgesamt trafen sich dort 181 Athleten aus 16 Nationen, aus Deutschland ging ein Team mit 10 Teilnehmern an den Start und war damit die viertstärkste Nation bei dieser Europameisterschaft.
Der erste Veranstaltungstag begann mit der Einschreibung und dem Wiegen aller Sportler, denn es war ein Start in vier Gewichtsgruppen bei den Herren plus Damen angesagt. Am Nachmittag sollte das erste Practice Race stattfinden. Leider musste dieses aus Sicherheitsgründen abgesagt werden, denn in der Bucht ging über viele Stunden ein langanhaltendes Seegewitter mit starken Regenfällen nieder. Leider wurde auch die Eröffnungsfeier auf den Folgetag verschoben.
An Tag zwei brachte langanhaltender Regen den kompletten Zeitplan durcheinander, das angesetzte Skippersmeeting verschob sich ebenfalls von 11 Uhr auf 13:30 Uhr, wo dann der komplette Ablauf des Langstreckenrennen erklärt wurde. Unmittelbar nach dem Meeting setzte der Veranstaltungsleiter die Flagge AP (Startverschiebung). Leider konnte sich im Laufe des Nachmittags keine Thermik mehr aufbauen und der Wettfahrttag würde durch die Regattaleitung schon um 16:10 Uhr beendet.
In den Abendstunden folgte die Eröffnungsfeier und die Vorstellung aller Nationen, womit die EM offiziell eröffnet wurde.
Der erst Wettkampftag mit Sonne, also Tag drei, begann mit einem kurzen Skippersmeeting, unmittelbar danach ging es für ersten drei Startgruppen (Frauen/A = Leicht/B = Medium) direkt zum Start. Die Gewichtsgruppen Schwer (C) und Superschwer (D) starteten im zweiten Block des Tages. Es wurden für jede Gruppe vier Wettfahrten durchgeführt. Die segelstarken Nationen Italien, Frankreich und die Niederlande beherrschten den ersten Regattatag.
Sonne pur am vierten Tag. Der schwache Wind machte der Regattaleitung einige Sorgen, zum ersten angesetzten Start wurde um 11 Uhr wurde mal wieder die Flagge Startverschiebung gesetzt. Eine nur leichte Brise ließ keine Wettfahrten zu. Erst gegen 13 Uhr nahm der Wind ein wenig zu. Alle fünf Gruppen konnten somit die Wettfahrten 5 und 6 abschließen.
Auch an Tag fünf waren die Wetterbedingungen unverändert. Erst am im Laufe des Nachmittags konnten alle Gruppen ihre Rennen mit zwei weiteren Läufen abschließen. Somit hatten alle Teilnehmer ihre acht Kursrennen absolviert.
Der Kampf in dieser Disziplin war in allen Kategorien hart umkämpft:
Frauen (F) – Valeria Zullo (ITA) ist Europameisterin und führte die gesamte Meisterschaft konstant an. Sie liegt vor der 16-jährigen Benedetta Barone (ITA), die bei den Jungen die Nase vorn hatte, und der Französin Sandra Marçon, die nach der Langdistanz auf das Podium stieg und die Maria Giada Zalapì (ITA) auf Platz vier verdrängte.
Leichtgewicht (A) – Europameister ist Andrea Marchesi (ITA), der seine Dominanz mit sechs Rennsiegen und einem soliden Vorsprung auf seine Verfolger bestätigte. Hinter ihm belegt Pascal Bugeaud (FRA) den zweiten Platz, Marco Costagli (ITA) den dritten. Die beiden jungen Deutschen, Chris Bierwag vom RSC Chiemsee, und Karl Matysik vom SC Kiel landeten auf Rang 23 und 24.
Mittelschwer (B) – Die ganze Woche über herrschte ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Der amtierende Weltmeister Alessandro Torzoni (ITA) und der Franzose Frédéric Duthil lagen punktgleich an der Spitze, dann ging die Langstrecke an Torzoni – und damit auch der Europameistertitel. Eric Belot (FRA) wurde mit nur sechs Punkten Rückstand Dritter, wobei die Wertung bis zum Schluss offen war. Andreas Brandt vom WCJ Wilhelmshaven surfte auf Platz 27.
Mittelschwer (C) – Der Titel geht an den Franzosen Cyril Dardashti, den souverän Führenden des Kursrennens mit sieben von acht Siegen, vor Jean Philippe Delapierre (FRA), der dank der Langstrecke wieder aufholen konnte. Komplettiert wird das Podium durch den Italiener Fabio Balini, Top-Super-Legende und eine wahre Ikone der Klasse. Als einziger deutschsprachiger Starter kam Bernhard Hachleitner (AUT), der auch bei den süddeutschen Regatten regelmäßig antritt, auf einen sensationellen Rang neun im starken Feld, das Italiener und Franzosen dominierten. Für Herbert Weynand (WCJ), bei EM oder WM regelmäßig dabei, reichte es diesmal für Position 17. Dahinter folgten Helmut Mannsbarth auf 28, der Kieler Per Christiansen auf 30 und Christian Stoll (RSCC) auf 38.
Schwer (D) – Frédéric Gautier (FRA) ist Europameister und hat nach acht Rennen, die er mit großer Konstanz und einer starken Langstrecke gesurft hat, die Segel fest im Griff. Ihm folgt Frédéric Boc-Ho (FRA), gefolgt von dem Niederländer Marcel Van der Ploeg. Auch bei den „Jumbos“ zwei Deutsche im Rennen, Markus Lorscheidt aus Köln auf 25 und Frank Schweitzer (36.) von der SCR 03 Rüsselsheim.
Auch der Freestyle stand im Mittelpunkt und begeisterte die Zuschauer vor der Beach Bar im PuntAla Camp & Resort zwischen Happy Hour und dem malerischen Sonnenuntergang.
Ergebnisse: Damen: 1. Valeria Zullo (ITA), 2. Giulia Cocco (ITA)
Herren: 1. Stephan Louw (RSA), 2. Nicola Spadea (ITA), 3. Marco Di Benedetto (ITA).
Ein wunderbarer und sonniger Abschlusstag wurde mit dem Langstreckenrennen (Marathon) belohnt. Bei einer Westbrise von 6–7 Knoten ging die gesamte Flotte gemeinsam an den Start. Das war für alle Athleten ein krönender Abschluss, den das italienische Trio Marchesi, Torzioni und Frascari vorne sah. Unter den 132 Startern im Ziel lag Karl Matysik auf einem hervorragenden Platz 44, der mit einem zweiten Rang bei den Jugendlichen eine Disziplin-Medaille heimbrachte. Ebenso wie Helmut Mannsbarth, der mit Platz 3 in seiner Altersklasse (Super Legends) überzeugen konnte.
Vielen Dank Punta Ala, es war eine wunderbare Europameisterschaft 2025.
Alle Ergebnisse auf
https://iwcaitalia.sailti.com/en/default/races/race-resultsall/text/WindsurferEuropeanChampionships2025-en
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